05.18.09
unsterbliche Qualle
Sex als Quell ewiger Jugend? Wär doch was. „Stell dir vor, wenn du dich nach dem ersten Mal Sex ins vorpubertäre Stadium zurückentwickeln würdest. Du wärst praktisch unsterblich, solange du es schaffst, zu punkten, wenn du wieder geschlechtsreif geworden bist.“ Wär doch klasse, zum Beispiel für Silvio Berlusconi (72). Er müsste bei diesem Vorgang noch nicht mal sein Verhalten ändern.
Der so beginnende Artikel auf BBC (im Original englisch) beschreibt eine Quallenart, die diese Eigenart besitzt und damit quasi unsterblich ist. Einzige Gefahr sind Meeresschildkröten, die diese Quallen auf ihrem Speisezettel führen, und „neugierige Forscher“. Letztere sind natürlich darauf aus, das Langlebigkeitsgen zu isolieren. Dieses wäre dann nicht nur ein potentieller Jungbrunnen, sondern für die Entdecker vor allem auch eine unerschöpfliche Goldgrube.

So sieht das putzige Tierchen aus
Wie der Autor treffend schreibt, würden dazu die Verkäufe von Akne-Mitteln in die Höhe schiessen, wenn eine Anwendung für den Menschen gelänge, „und die Weltwirtschaft wäre allein durch den Anstieg der iPod-Verkäufe wieder auf gutem Weg.“
Aber vielleicht sollten wir doch eher versuchen, das Beste aus dem einen Leben zu machen, das uns geschenkt ist.
05.11.09
Lagos
Ich sah heute nacht in einer längeren Wachphase eine ZDF-Sendung über Lagos, die nigerianische Grossstadt. War danach fasziniert und entsetzt.
Lagos ist eine Megacity mit etwa 17 Mio. Einwohnern, die sich über ein Gebiet von 30 x 70 Kilometern erstreckt. Ein Quartier davon sieht so aus, wie wir uns das von Grossstädten gewohnt sind: Sauber, mit Hochhäusern und einigermassen funktionierendem Verkehr. Der grosse Rest ist Chaos, Schmutz und Armut in verschiedenen Abstufungen. Das Chaos habe damit zu tun, lernt man, dass die Stadt seit Jahren stark wachse, die Infrastruktur jedoch auf dem Stand von vor 30 Jahren sei.
Sogar mit dem Gouverneur durfte das Filmteam sprechen. Gefragt, was er über die vielen sehr armen Mitbürger denke, sagte er: „Ja, die Armut ist bedauerlich. Aber jeder in Lagos will 9 bis 12 Mio. Dollar. Wozu braucht man soviel Geld?“ *Augenroll*
Tja, was soll man anderes sagen, wenn man weiss, dass man bodenlos korrupt und wohl mitschuldig an der Misere ist? Glaubt man den Machern des Beitrags, ist die Korruptheit und Habgier der Eliten fast grenzenlos.
Die einfachen Leute, sie suchen vielfach Trost in der Religion, in manchen Kirchen ist es ein Deal: ich bete Dich (Gott) an und spende etwas, und dafür machst du mich reich. Reich ist dort aber vor allem der Pastor. Andere sind ganz einfach zufrieden, wenn’s zum Leben reicht. Sichtlich zufrieden, sie strahlten eine Heiterkeit aus, wie man sie in der Schweiz nur selten sieht. Sie finden mehrheitlich, Lagos sei ein guter Ort zum Leben.
Wer sich selber ein Bild machen möchte, findet den Film hier in der ZDF-Mediathek.