06.15.09

Denkbar dankbar

Veröffentlicht in Family live, Glaubenssachen tagged , , um 14:01 von elgreco33

Heute morgen wachte ich auf und spürte einen heftigen Schmerz im Nackenbereich. Seich, schon wieder an dieser Stelle erkältet. Aber dann der Gedanke: Wie dankbar kann (und sollte!) ich sein, dass ich keine grösseren Probleme habe?

Was für ein Glück,

… dass wir in einem fruchtbaren Land mit mildem Klima daheim sind! 
… dass meine Familie gesund ist!
… dass ich mit einer wunderschönen Frau zusammen bin!
… dass meine Frau und ich uns gut verstehen!
… dass die wesentlichen Beziehungen unbelastet sind!
… dass Geist und Körper tadellos funktionieren (naja, der Geist nicht jeder Zeit)!
… dass wir materiell alles haben oder kaufen können, was wir benötigen!
… dass wir nicht im Scheinwerferlicht stehen!
… dass ich – vorderhand – nicht um meine Stelle bangen muss!
… dass die Arbeit abwechslungsreich und das kollegiale Umfeld sehr angenehm ist!
… dass ich ab Hahn eimerweise Wasser in bester Trinkqualität abzapfen kann!
… dass ich mir keine Sorgen machen muss, wie Gott zu mir steht (weil Er es mich wissen lässt)!
… dass ich im Supermarkt zwischen 20 Sorten Joghurt und auf iTunes ungefähr zwischen 1 Mio. Songs auswählen kann!
… dass ich schlafen gehen kann, ohne mich um meine/unsere Sicherheit zu sorgen!

Natürlich ist nicht alles ist rosig, auch in meinem Leben nicht. Manchmal hätte ich gerne etwas mehr Freunde, oder auch etwas mehr Geld, um weniger auf die Ausgaben achten zu müssen. Aber ehrlich, gibt es nicht genug Gründe, um zufrieden und vielleicht sogar ein wenig dankbar zu sein? Wieviele unserer Segnungen und Privilegien haben wir uns denn schon selber erarbeitet oder erkämpft?

06.09.09

leitä

Veröffentlicht in Family live tagged , , um 06:55 von elgreco33

Dass die Fähigkeit zu sprechen vom Menschen mühsam erworben werden muss, erlebe ich zur Zeit an unserem Sohn (21 Monate). Wobei „mühsam“ nicht ganz das treffende Adjektiv ist. Zwar schien es mir längere Zeit, er mache kaum Fortschritte, doch jetzt geht’s ziemlich schnell, und es macht ihm offensichtlich grossen Spass, Wörter zu formen und Dinge auch sprachlich „begreifen“ zu können. Unter anderem lassen sich die Befehle an die Eltern mit wachsendem Wortschatz immer besser ausdrücken… Und für uns ist es ganz einfach süss, ihm zuzuhören, wie er mit grossem Eifer Tiere, Fahrzeuge, Lebensmittel und Gesichtsteile bezeichnet.

 Hier ein paar Müsterchen:

bitteli  =  ich möchte noch ein bisschen / es hat noch ein bisschen

taggock = Traktor

pitta palä = Schiffe fahren

leitä = trinken  (wie zum Geier ist er bloss auf dieses Wort gekommen?)

 Allenfalls abends, wenn alle etwas müde werden, kann der unablässige Redeschwall schon mal ein bisschen anstrengend werden. Aber das ist selten.

05.19.09

Kulinarischer Streifzug

Veröffentlicht in Allgemeines, Family live tagged , , , , , um 06:03 von elgreco33

Cool! Endlich mal wieder Zeit für einen zweckfreien Stadtbummel nach Feierabend! Die Freude wurde mir ein klein wenig vermiest, als ich mich zu einem Spontankauf eines gewissen Buches entschloss und in der Buchhandlung zusehen musste, wie mir jemand just das begehrte Buch vor der Nase wegschnappte. Das glaubt man ja nicht! Da stehen x Tausende Bücher herum und warten auf Käufer, und dieser Typ, dieser Angeber, hat es auf genau dasselbe Exemplar abgesehen wie ich! Praktisch, dass gleich gegenüber eine zweite Buchhandlung befindet, die zu einem Zürcher Konzern gehört. Als echter Stadtberner hätte ich vielleicht einige Skrupel gehabt, dort einzukaufen. Aber da ich ein Immigrant aus einem anderen Landesteil bin, sah ich kein Problem. Und fand tatsächlich das heissbegehrte Buch – einen historischen Roman von Bernard Cornwell – drei Minuten (!) vor Ladenschluss.

Gutgelaunt spazierte ich weiter in die Berner Altstadt hinein und wollte mir an einem der zahlreichen Take-aways etwas zu essen besorgen. Bis ich dann feststellte, dass die gar nicht so zahlreich sind. Ich fand mich schon fast mit dem Gedanken ab, bei McDonald’s meinen Hunger zu stillen, obzwar wenig begeistert, da sah ich das rettende Schild: „Kappan Take-away – Mediteranische Spezialitäten“. In einer einsamen Gasse fand ich das zugehörige Lokal und bestellte beim einsamen, aber freundlichen Chefkoch einen „Schisch“-Kebap, einen Poulet-Spiess im Fladenbrot. Das Teil war dann leider nicht ganz so wohlschmeckend, wie ich es aus Syrien in Erinnerung hatte, die Würzmischung etwas gar konventionell und das Verhältnis Salat-Fleisch-Sauce suboptimal. Aber immerhin, es machte satt. Zur Auswahl standen auch z.B. Frikadellen – bitte? Gibt’s das in der Schweiz auch? Und was ist daran so „mediteranisch“? – und zum Trinken Cola, Sprite etc. oder auch ein „Heiniken“-Bier.

Das Bier sparte ich mir allerdings für zuhause auf, den Pouletspiess verzehrte ich unter den wachsamen Augen von Rudolf von Erlach, dem Held der Schlacht von Laupen (1339). Wobei mir schien, dass er etwas missbilligend dreinblickte. Wahrscheinlich hätte er es lieber gesehen, wenn ich eine Berner Rösti verzehrt hätte. In diesem Moment war ich froh, dass die vier Bären zu seinen Füssen auch nur aus Bronze sind, wie er selbst.