05.15.09
Yuppie!
Heute war ich in der Mittagspause in der Stadt, um mich ein wenig zu entspannen (das gelingt mir am besten im Grünen oder in einer Buchhandlung). Beim Bahnhof stieg ich hinter einer kleinen Gruppe von Managern oder Bankern die Treppe hoch. Jedenfalls trugen sie feine Anzüge und Lackschuhe und sahen aus, als ob sie gerade die Entwicklung an den Finanzmärkten diskutierten. Oben trafen sie sich mit einer Clique von Teenager-Girls.
Etwas erstaunt schaute ich genauer hin und sah, dass die „Banker“ im selben Alter waren und sich hier offenbar mit ihren Kolleginnen verabredet hatten. Sie waren noch etwas milchgesichtig, mit einem künstlichen Glitzerstein im Ohr, und man konnte sie sich durchaus auch mit Cap und Baggy-Pants vorstellen.
Als ich aufs Tram wartete, begegnete ich einem weiteren Nachwuchs-Yuppie, der über den Gehsteig eilte und sich dabei an sein Aktenköfferchen klammerte.
Zugegeben, da spielen Vorurteile, wenn ich diese Jungs gleich als „Yuppies“ und „Banker“ klassifiziere, aber die Assoziation ist naheliegend, oder? Und obschon ich jedem zugestehen will, den Beruf seiner Wahl auszuüben, berührte mich dieser Anblick irgendwie seltsam.