05.14.09

Radulovic = Radler

Veröffentlicht in Mediensplitter tagged , , , , , um 09:41 von elgreco33

Das Problem: Viele Jugendliche sind bei der Stellensuche in der Schweiz benachteiligt, weil sie fremdländisch klingende Namen wie z.B. Radulovic haben. Manchen Arbeitgebern klingt alleine das schon nach schlechter schulischer Leistung und schwierigem Umgang.

Die Lösung, wie Ständerätin Anita Fetz sie sich vorstellt (gemäss Basler Zeitung vom 14. Mai): Wenn Jugendliche sich einbürgern lassen, können sie auf freiwilliger Basis gleich auch ihren Namen eindeutschen. „Aus Mészaros könnte Metzger werden, aus Radulovic könnte man Radler, aus Krasniqi Krasner machen“, schlägt Frau Fetz vor.

 Taugt dieser Vorschlag etwas? Ich finde, als schnell greifende Massnahme ist er nicht übel, solange die Sache freiwillig bleibt. Auf diese Weise werden die Vorurteile abgefangen, und die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich erstmal zu präsentieren und einen guten Eindruck zu machen, bevor ihr „Migrationshintergrund“ allenfalls zum Thema wird.

 Es stellt meinem Land jedoch kein gutes Zeugnis aus, dass solche etwas hemdsärmelige Massnahmen nötig sind. Das eigentliche Übel ist die Fremdenangst vieler Schweizer, ihr Misstrauen gegenüber allem, was nicht ‘Meier’ oder ‘Oberhänsli’ heisst und auch so aussieht. Ihre Weigerung, eingebürgerte Schweizer bzw. anerkannte Ausländer als vollwertige Mitglieder der CH-Gesellschaft zu akzeptieren. Wie sich das ändern könnte? Schwer zu sagen. Gehirnwäsche wäre am einfachsten, ist aber nicht so die elegante Methode und in freien Staaten nicht gerne gesehen. Hmmm… wie kann ein Mensch geistig offen und grossherzig werden? Bin mir nicht sicher, ob bei besonders hartgesottenen SVPlern nicht doch eine Gehirnwäsche nötig ist ;-) . Oder nein, Indoktrination wäre besser; es hiesse, die SVP mit ihren eigenen Waffen schlagen, was besonders befriedigend wäre.