05.08.09
Megatrend Langeweile
Manchmal habe ich den Verdacht, dass nicht die Vogel- oder Schweinegrippe eine Gefahr für unsere Zeit ist, sondern eine grassierende Langeweile. Sie schleicht sich auf vielen Weg ein, und hat sie einen erst einmal im Griff, ist es schwierig zu entrinnen. Es kann ja fast nicht anders sein:
Die Arbeitswoche ist durch Routine geprägt. Die Abläufe im Büro sind zwecks „Qualitätssicherung“ bis ins Kleinste festgelegt. Allein, mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen Käfig. Wenigstens haben wir am Wochenende unzählig viele Optionen – wählen trotzdem immer das Gleiche, und selten das, was uns anregen würde. Die Unterhaltungsindustrie ist genau das: Eine Industrie, die Unterhaltung am Laufmeter nach vorhersagbarem Schema produziert.
Und die Jugendlichen? Eigentlich sind sie die Hüter des unbändigen Lebens und der Grenzüberschreitung, Quellen wilder Ideen. Aber auch ihnen machen wir das Leben schwer mit dem Phänomen des „Konsumerismus“, wie es im Englischen heisst, also der völlig übersteigerten Bedeutung, die Konsum jeder Art bei uns hat. Einer der schlimmsten Auswüchse davon, finde ich, ist die sofortige Kommerzialisierung jeder halbwegs neuen, originellen Idee, die im Umfeld von Jugendszenen entsteht.
Was könnte man dagegen tun? Tief drin glaube ich, dass der Glaube an den christlichen Gott ein Mittel gegen die Langeweile sein könnte, ein Hort entfesselter Kreativität. Leider sind viele Gemeinden und Christen mindestens ebenso langweilig wie die Welt drumherum.